Akne inversa ist eine Belastung für Betroffene – und verläuft oft in Schüben
Akne inversa stellt Betroffene vor erhebliche Herausforderungen: Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung betrifft Frauen statistisch häufiger als Männer, beide Geschlechter leiden unabhängig davon aber unter gravierenden Symptomen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Akne inversa aktuell nicht heilen lässt, weshalb auch Behandlungen lediglich auf temporäre und symptomatische Verbesserungen abzielen.
Ursachen und Abgrenzung gegenüber anderen Akne-Formen
Bei der Akne inversa entzünden sich die Haarfollikel: Sehr häufig sind von dieser Akne-Form beispielsweise die Pobacken, Achseln und der Genitalbereich betroffen. Das schafft zugleich eine Abgrenzung gegenüber anderen Akne-Formen, die primär im Gesicht oder beispielsweise nur während der Pubertät auftreten. Die Akne inversa kennt hingegen keine Altersspanne, gleich ist aber, dass die dadurch verursachte Belastung mehrere Facetten hat. Betroffene leiden nicht nur unter Schmerzen, die die teils großen Entzündungen verursachen, die nicht selten schon Abszessen ähneln, sondern auch psychisch. Mitunter ziehen sich Betroffene in der Folge aus ihrem sozialen Umfeld zurück oder entwickeln beispielsweise ein stark beeinträchtigtes Selbstvertrauen und depressive Störungen.
Die Akne Inversa hebt sich auch auf andere Weise von “gewöhnlichen” Entzündungsreaktionen ab. Die entstandenen Zysten, Pusteln, Fisteln und Abszesse begleiten Betroffene nicht selten über mehrere Monate. Währenddessen sondern die Entzündungen teils mehrfach Eiter und übelriechendes Sekret ab. Gemeinsam mit anderen Entzündungsreaktionen ist das Zusammenspiel mit den Haarfollikeln. Diese sind verstopft und dadurch nicht mehr in der Lage Talg abzuführen. Sobald die Follikel aufbrechen, weitet sich der angestaute Talg in die umliegenden Hautareale aus und verursacht da Entzündungen. Während dieser Mechanismus der Wissenschaft schon lange bekannt ist, ist es die eigentliche Ursache für die Entzündung der Haarfollikel nach wie vor nicht.
Mehr zu den Symptomen und Risikofaktoren
Die Wissenschaft vermutet eine Reihe von potenziellen Ursachen und Risikofaktoren, darunter beispielsweise:
- der Einfluss von Hormonen
- ein gestörtes Immunsystem
- eine erbliche Veranlagung
Definitiv bekannt ist auch, dass Kinder häufiger von der Akne inversa betroffen sind, sofern es schon deren Elternteile waren. Damit ist eine familiäre Veranlagung bewiesen, wobei konkrete DNA-Marker hierfür nach wie vor nicht identifiziert wurden.
Die Symptome der Akne inversa sind relativ eindeutig. Zysten, Fisteln, Pusteln und Abszesse verursachen offensichtlich starke Schmerzen und sind, sowohl durch die Eiterbildung als auch die umliegende entzündliche Haut, optisch sehr gut erkennbar. Typischerweise bemerken Betroffene derartige Entzündungen sogar dann, wenn sie optisch noch gar nicht sichtbar sind. Da machen sie sich beispielsweise durch Juckreiz, Druckschmerz und eine Erwärmung der Hautregion bemerkbar.
Wie verbreitet ist Akne inversa tatsächlich?
Akne inversa ist keine seltene Erkrankung, wobei nicht alle Betroffene unter der stärksten Ausprägung leiden. Generell ist eine Untergliederung in drei Stufen möglich, bei der leichtesten Form assoziieren Betroffene die Entzündungen zudem nicht unbedingt mit Akne inversa – da diese nicht zwangsläufig abszessartig ausgeprägt sind. Zum aktuellen Zeitpunkt sind nach offiziellen Zahlen des Bundes 4 Prozent der Menschen weltweit davon betroffen. Ebenso ist statistisch belegt, dass die Erkrankung Frauen dreimal so häufig wie Männer betrifft.
Typischerweise tauchen erste Symptome der Erkrankung zwischen dem 11. und 50. Lebensjahr auf. Sie können auch ein Leben lang anhalten, wobei die Akne inversa schubartig Symptome verursacht und daher nicht immer und nicht zwangsläufig schwerwiegend auftreten muss.
Behandlung von Akne inversa
Ziel einer jeden Behandlung ist es, die Zeiträume zwischen den Entzündungsschüben zu verlängern. Eine vollständige Heilung der Hauterkrankung ist nach wie vor nicht möglich. Forschungen dahingehend finden aber statt, so wurde beispielsweise erst vor wenigen Monaten ein neuer Wirkstoff am ersten menschlichen Patienten getestet.
Ein Besuch beim Hautarzt sollte immer zwangsläufig stattfinden. Medikamente können die die Zeit zwischen den Schüben verlängern und dafür sorgen, dass bereits existente Entzündungen schneller verheilen. Des Weiteren können Mediziner Tabletten und Salben zur Schmerzlinderung verschreiben, auch antibakterielle und antientzündliche Stoffe gehören zum Behandlungsspektrum. Eine operative Entfernung der entzündeten Stellen ist nur selten notwendig, aber denkbar.
Generell sollte auch bei Akne inversa die Hautpflege-Routine besondere Beachtung erhalten. Regelmäßige chemische Peelings können eine Hilfe sein, indem sie das Verstopfen der Follikel verhindern. Auch Wirkstoffe wie BHA, die in der Lage sind Talg zu verflüssigen, werden oft eingesetzt – ebenso beispielsweise Azelainsäure, die aufgrund ihrer aufhellenden Wirkung die Entzündungs- und Pickelmale optisch später lindern kann.
