Aufbau und Inhalt
Die Spezialschulen nahmen Absolventen der 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule (POS) auf und unterschieden sich von anderen Schulen dadurch, dass sie bereits ab der 9. Klasse den Stoff der 11. und 12. Klasse bis zum Abitur unterrichteten. In den Fächern, die nicht ihrer Spezialisierung entsprachen, folgten sie den allgemeinen Lehrplänen der EOS, aber in den Spezialisierungsfächern ging der Unterricht weit darüber hinaus. Ihr Ziel war es, die Schüler direkt auf ein Hochschulstudium vorzubereiten und sie zu speziellen Studienstrukturen zu führen.
Der Unterricht wurde hauptsächlich von Hochschullehrern in den Spezialisierungsfächern sowie in Mathematik und Fremdsprachen geleitet. Im Vergleich zu anderen Abiturklassen war die Klassenstärke mit durchschnittlich 15 Schülern deutlich geringer.
Die einzelnen Spezialklassen
Im Jahr 1964 wurden an fünf Hochschulen Spezialklassen eingerichtet. In den 1980er Jahren wurden insgesamt 14 Spezialschulen für mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Fächer gegründet, darunter auch eine in Berlin, Halle, Magdeburg und Karl-Marx-Stadt. In diesen vier Städten gab es sowohl Spezialklassen an den Hochschulen als auch Spezialschulen. Als die Spezialklassen aufgrund der Angleichung an das westdeutsche Bildungssystem 1991 bzw. 1992 schließen mussten, konnten die Schüler zu den Spezialschulen wechseln und dort ihr Abitur machen.
Arbeitsgemeinschaften für Schüler
An verschiedenen Hochschulen und Universitäten in der DDR gab es Arbeitsgemeinschaften für Hochbegabte, wie die Arbeitsgemeinschaft Mathematik an der Technischen Hochschule Dresden (jetzt TU) oder den Bezirksklub Junger Mathematiker an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Bezirkskorrespondenzzirkel für Mathematik und Chemie an der TU Karl-Marx-Stadt (jetzt TU Chemnitz). Obwohl diese Arbeitsgemeinschaften nicht direkt mit den Spezialklassen verbunden waren, erhielten die Mitglieder Informationen über die Möglichkeit einer Spezialklassenausbildung.