Konzept
Die One World Secondary School Kilimanjaro ist eine Modellschule, die sich auf drei Ziele konzentriert und kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt wird. Die Schule verbindet moderne Lehrmethoden mit der tansanischen Kultur und arbeitet eng mit der tansanischen UNESCO-Kommission zusammen. Sie dient als Beispiel für eine Entwicklungszusammenarbeit, die das Potenzial von Tansania und Deutschland kombiniert und patriarchalische Ungleichheit vermeidet. Die Schule soll als Vorbild für andere Bildungsprojekte dienen und umliegende Schulen bei ihrer positiven Entwicklung unterstützen.
Ein besonderer Fokus der One World Secondary School Kilimanjaro liegt darauf, Schülern unabhängig von ihrem sozio-ökonomischen Status Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Familien, die die Schulgebühren nicht bezahlen können, erhalten nach Absprache mit der Schulleitung finanzielle Unterstützung. Die Höhe der Unterstützung richtet sich nach dem Einkommen der Familie und kann auch Taschengeld beinhalten. Im Jahr 2013 wurden etwa 50 % der Schüler durch ein (Teil-)Stipendium finanziert.
Die One World Secondary School Kilimanjaro strebt an, eine positive Veränderung in der Bildungslandschaft zu bewirken und zeigt, dass Bildung für alle möglich ist, unabhängig von finanziellen Möglichkeiten. Durch ihre Zusammenarbeit mit anderen Schulen möchte sie dazu beitragen, dass auch dort ähnliche Grundsätze umgesetzt werden können.
Das Kernziel des Unterrichts an der One World Secondary School Kilimanjaro ist es, den Schülern nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Toleranz, kulturelle Vielfalt und Verantwortung zu erziehen. Durch die internationale Schülerakademie und Projekte im Unterricht wird das Spannungsfeld von regionaler Lebensart, Globalisierung und Identität erforscht. Dabei entsteht ein lokales Kulturzentrum, das auch den umliegenden Dörfern zugutekommen soll.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Individualisierung des Unterrichts. Die Lehrer gehen auf die spezifischen Stärken und Schwächen der Schüler ein und fördern und fordern sie entsprechend. Durch Einzelunterricht werden gezielt Defizite ausgeglichen, sodass Schüler jeder sozialen Herkunft am Schulunterricht teilnehmen können. Trotzdem werden auch Synergieeffekte im Team und Klassenverband genutzt. Etwa ein Drittel der Unterrichtszeit besteht aus klassischem Unterricht, Projektarbeiten in Kleingruppen und separater Einzelförderung, um jedem Schüler gerecht zu werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Projektunterricht und Demokratie-Erziehung. Die Schüler werden ermutigt, eigenverantwortlich zu organisieren, fächerübergreifend zu lernen und demokratische Entscheidungen zu treffen. Gemeinsam mit ihren Lehrern arbeiten sie an eigenen Projekten, in denen sie sich mit politischen, historischen und sozialen Problemstellungen auseinandersetzen. Dabei ist nicht nur das Endergebnis wichtig, sondern auch die Verantwortung, die die Schüler während des Prozesses übernehmen. Demokratische Elemente wie eine Schülervertretung und offene Diskussionen und Evaluierungen zeigen, dass Demokratie-Erziehung nicht nur theoretisch gelehrt wird, sondern auch praktisch umgesetzt wird.