Wer bin ich im Job? Warum Persönlichkeitstypen über Erfolg im Business entscheiden
Im Berufsleben sind wir selten nur das, was auf der Visitenkarte steht. Stattdessen sind wir Menschen mit Eigenheiten, blinden Flecken, Stärken und Bedürfnissen. Und die beeinflussen, wie wir arbeiten, führen, uns in Gruppen einfügen und entscheiden. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Unternehmen für Persönlichkeitstypen interessieren. Denn sie helfen dabei, die passenden Rollen zu finden, und zwar als Einzelperson sowie im Team.
Klassische Unterschiede bei Persönlichkeiten
Dabei geht es schon seit einer Weile nicht mehr nur um einfache Einteilungen wie „introvertiert“ oder „extrovertiert“. Heute versuchen moderne Persönlichkeitstypologien, Verhalten in Kontext zu setzen. Sie fragen dabei: Wie gehe ich mit Druck um? Woraus ziehe ich Motivation? Wo liegt mein Kommunikationsstil? Ob Big Five, DISC-Modell, Enneagramm oder MBTI, alle diese Ansätze wollen mehr über unser inneres Profil verraten, und oft auch über unseren beruflichen Weg.
Ein Unterschied im Arbeitsalltag
In der Praxis zeigt sich, wer seinen Typ kennt, trifft oft bessere Entscheidungen. Ein strategisch denkender Analyst wird sich in kreativen, aber chaotischen Umfeldern schwer tun. Genauso wie eine visionäre Führungspersönlichkeit mit viel Freiheitsdrang im engen Reporting System eines Konzerns schnell die Motivation verlieren kann. Umgekehrt kann das richtige Match zwischen Persönlichkeit und Aufgabe nicht nur die eigene Zufriedenheit steigern, sondern auch messbar zur Produktivität beitragen.
Verschiedene Herangehensweisen
Interessanterweise greifen manche Menschen für solche Fragen neben modernen Testverfahren auch gern zu eher unkonventionellen Wegen. In Südindien etwa gibt es eine uralte Tradition, bei der individuelle Lebenswege auf Palmblättern niedergeschrieben sein sollen, mitsamt Charaktereigenschaften und beruflicher Eignung. In einer Palmblattbibliothek werden diese Informationen von den Experten aufgespürt, gelesen und interpretiert. Für manche ist das etwas Spirituelles, mit dem sie vielleicht noch nicht so viel anfangen können, für andere eine überraschend treffende Quelle der Selbsterkenntnis. Und selbst wenn man skeptisch ist, der Gedanke, dass Charakter und Berufung zusammenhängen, zieht sich in vielen Kulturen.
Das Wissen um Wachstum
Was viele in der Arbeitswelt vergessen, ist, dass Persönlichkeit nichts Festes ist, aber auch nichts Beliebiges. Sie ist formbar durch Erfahrung. Das bedeutet, dass man lernen kann, mit eigenen Schwächen umzugehen, Grenzen zu erkennen, Rollen kritisch zu hinterfragen.
Besonders in Führungspositionen kann das entscheidend sein. Nicht jeder, der erfolgreich ist, ist automatisch auch der geeignete Chef. Wer sich selbst kennt, weiß auch, wann es Zeit ist, sich zurückzunehmen.
Die Perspektive des Arbeitgebers
Auch für Unternehmen und Arbeitgeber wird das immer wichtiger. Teams funktionieren nämlich besser, wenn sie divers zusammengesetzt sind, und das nicht nur in Bezug auf Herkunft oder Ausbildung, sondern auch in Bezug auf Denkweisen. Eine Organisation, die das versteht, wird langfristig resilienter sein. Denn sie erkennt an, dass Menschen unterschiedlich ticken, und dass das ein Gewinn ist.
Persönlichkeitstypen sind also kein esoterischer Zeitvertreib. Sie sind ein Werkzeug. Eines, das im Idealfall nicht in Schubladen denkt, sondern in Potenzialen. Denn zu wissen, wer man ist, ist die Basis, um herauszufinden, wohin man will – in der Geschäftswelt sowie auch in anderen Bereichen des Lebens.
