Aktionsprogramm Ruhr
Das Aktionsprogramm Ruhr war ein bedeutendes strukturpolitisches Maßnahmenprogramm, das von der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen im Kabinett Rau I für das Ruhrgebiet entwickelt wurde. Mit dem Ziel, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region zu fördern, wurden umfangreiche Maßnahmen ergriffen.
Das Programm konzentrierte sich auf die Bewältigung der wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen das Ruhrgebiet zu kämpfen hatte. Dazu gehörten unter anderem der Strukturwandel in der Kohle- und Stahlindustrie sowie die hohe Arbeitslosigkeit. Um diesen Problemen entgegenzuwirken, wurden verschiedene Initiativen und Projekte ins Leben gerufen.
Ein zentraler Schwerpunkt des Aktionsprogramms war die Förderung von Innovation und Technologie. Durch die Schaffung von Technologiezentren und die Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sollte die Grundlage für zukunftsweisende Industrien geschaffen werden. Darüber hinaus wurden Investitionen in die Infrastruktur getätigt, um die Standortattraktivität zu steigern.
Ein weiteres wichtiges Ziel des Programms war die Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Region. Durch die Förderung von Schulen und Hochschulen sowie die Schaffung von Ausbildungsplätzen sollten junge Menschen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten.
Das Aktionsprogramm Ruhr wurde als langfristige Strategie konzipiert und über mehrere Jahre hinweg umgesetzt. Es trug maßgeblich zur positiven Entwicklung des Ruhrgebiets bei und führte zu einem nachhaltigen Strukturwandel. Heute ist das Ruhrgebiet eine vielfältige und dynamische Region mit einer starken Wirtschaft und einem breiten Angebot an Bildungs- und Kulturangeboten.
Geschichte
Das Aktionsprogramm Ruhr wurde im September 1979 als begrenzte Sonderhilfe für das Ruhrgebiet eingeführt. Es wurde entwickelt, um die akuten Strukturprobleme der Region anzugehen. Das Ruhrgebiet war stark von der Montanindustrie abhängig, wodurch die Ölpreiskrise von 1973/1974 zu einer Stahlflaute führte und das Wirtschaftswachstum im Ruhrgebiet beeinträchtigte. Dies führte zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit, insbesondere bei schwer vermittelbaren Problemgruppen und den geburtenstarken Jahrgängen.
Das Aktionsprogramm Ruhr war ein umfassendes Modernisierungsprogramm der Landesregierung und das größte Förderprogramm der alten Bundesrepublik. Es sollte die Zukunft des Ruhrgebiets durch Modernisierung der montanindustriellen Monostruktur sichern. Allerdings erwies sich das Programm als relativ ineffektiv, aufgrund von Veränderungsbarrieren innerhalb des Ruhrgebiets, finanziellen Grenzen und der weltweiten Konjunkturkrise.
Das Aktionsprogramm Ruhr war auch ein Thema bei den Haushaltsberatungen des Nordrhein-Westfälischen Landtags im Oktober 1979. Die Struktur- und Wirtschaftspolitik der sozialliberalen Landesregierung wurde kritisiert, insbesondere die Fördersumme für Kraftwerkssanierungen und die Idee des Grundstücksfonds. Es wurde betont, dass die Schwerindustrie im Ruhrgebiet einen ungünstigen Einfluss auf den Arbeitsmarkt hatte und eine Verbesserung der staatlichen Hilfen für die mittelständische Wirtschaft notwendig sei.
Insgesamt war das Aktionsprogramm Ruhr ein ambitionierter Versuch regionaler Integration und Modernisierung. Es hatte jedoch seine Grenzen in der Umsetzung und konnte nicht die erhofften Wirkungen erzielen. Trotzdem bleibt es als bedeutende Phase nordrhein-westfälischer Strukturpolitik in Erinnerung.
